Interaktives Lernen im Room of Horrors

Aufmerksamkeit für Patientensicherheitsrisiken lässt sich trainieren: in einem Room of Horrors. Im Trainingsraum werden Fehler und Risiken für die Patient:innensicherheit versteckt. Mitarbeitende versuchen einzeln oder im Team, diese aufzudecken.

Simulationstraining – praxisnah und konkret erlebbar

Ein «Room of Horrors» ist ein Trainingsraum für Patientensicherheit. In einem oder mehreren speziell dafür vorbereiteten Räumen (z.B. Patientenzimmer, Labor, Speisesaal, Beratungsraum) werden Fehler und Risiken versteckt. Mitarbeitende sollen diese aufdecken. Die Trainingsmethode sensibilisiert, trainiert auf spielerische Art und Weise die Aufmerksamkeit und fördert das gemeinsame Problemlösen. Im Gegensatz zu theoretischen Schulungen werden die Situationen, in denen sich Gefährdungen im klinischen Alltag manifestieren, konkret erlebbar.

Da ein solcher Trainingsraum einfach und mit wenigen technischen Mitteln umsetzbar ist, eignet sich diese Art des interaktiven Lernens für grosse und kleinere Betriebe. Die Manuale von Patientensicherheit Schweiz enthalten eine ausführliche Anleitung und verschiedene Szenarien mit Patient:innenfällen. So kann das Training im Betrieb selbständig umgesetzt werden.

Room of Horrors Manuale bestehen derzeit für folgende Sektoren:

  • Spitäler
  • Offizinapotheken
  • Alters- und Pflegeheime
  • Haus- und Kinderarztpraxen

Die Erarbeitung der Manuale wurden vom Bundesamt für Gesundheit resp. der Eidgenössischen Qualitätskommission finanziert.
 


Sie interessieren sich für den Room of Horrors?

Sie möchten einen Room of Horrors in Ihrem Betrieb durchführen?

Unser brandneuer Flyer gibt Ihnen einen ersten Überblick.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Damit wir das Angebot und das Projekt weiter entwickeln können, freuen wir uns, wenn Sie Ihre praktischen Erfahrungen zum Room of Horrors mit uns teilen. Wir sammeln diese Berichte, damit wir gute Ideen erfassen, bündeln und wieder an die Praxis zurückgeben können.


Spitäler

Im Manual für Spitäler stehen neben einer ausführlichen Anleitung konkrete Szenarien mit Patient:innenfällen für die Bereiche Innere Medizin, Geriatrie, Orthopädie, Herzchirurgie und Pädiatrie zur Verfügung. Ein weiteres Szenario deckt den Medikamentenrichteraum ab.

Das Manual für Spitäler wurde 2019 im Rahmen eines Forschungsprojekts erarbeitet und pilotiert. Die Ergebnisse der Pilotierung wurden 2021 im Journal of Patient Safety publiziert. Im Oktober 2021 wurde das Manual aktualisiert und mit einem Debriefing-Leitfaden ergänzt.


Offizinapotheken

Das Manual für Offizinapotheken enthält drei Szenarien mit fiktiven Kund:innenfällen: Familie Costantino äussert am Verkaufstresen einen OTC-Wunsch, Herr Blancheux nimmt im Beratungsraum eine Dienstleistung in Anspruch und für Frau Maurer steht im Labor eine Herstellung an. Das Manual erklärt ausserdem ausführlich, wie ein Training für das eigene Team umgesetzt werden kann.

Die Adaptation des Trainingskonzeptes wurde 2022 mit verschiedenen externen Expert:innen sowie der DR. BÄHLER DROPA AG als Praxispartner vorgenommen.

Apotheker:innen mit FPH Offizin können für das Training voraussichtlich FPH-Punkte für die Fortbildung erwerben (Akkreditierung ist beantragt). Nach dem Training im eigenen Betrieb muss ein kurzer Kompetenznachweis bei Patientensicherheit Schweiz eingereicht werden. Weitere Informationen folgen.

Für Apotheker:innen in Weiterbildung für den FPH Offizin kann die Organisation des Trainings (in der Rolle der verantwortlichen Person) als Praxisarbeit eingereicht werden. Die Kontrolle der Praxisarbeit obliegt dem/der Weiterbildner:in.

 

Neu: Umsetzungsbox

Für eine erleichterte Durchführung bieten wir eine Umsetzungsbox für Offizinapotheken zur Ausleihe an. Sie enthält viele Materialien für die Inszenierung des Trainings sowie Checklisten für die verantwortliche Person.

Die Umsetzungsbox können Sie unter infonoSpam@patientensicherheit.noSpamch bestellen. Bitte lesen Sie vorher unser Merkblatt mit wichtigen Informationen.

 


Alters- und Pflegeheime

Das Manual für Alters- und Pflegeheime (Projekt 2021) enthält zwei Szenarien. Der fiktive Fall von Frau Ruckstuhl spielt beim Frühstück im Speisesaal, wo sie über ein akutes Problem berichtet. In einem Bewohner:innenzimmer wird Frau Imboden angetroffen, die sich von einem Spitalaufenthalt erholt. Neben den Vorlagen für die zwei Szenarien enthält das Manual eine Anleitung, wie ein Room of Horrors im eigenen Betrieb umgesetzt werden kann.

 


Haus- und Kinderarztpraxen

Das im 2021 erarbeitete Manual beschreibt umfassend die selbständige Umsetzung in Hausarztpraxen sowie Kinderarztpraxen. Es enthält ein Szenario für die Hausarztpraxis, mit dem im Rahmen des Room of Horrors-Trainings drei fiktive Patient:innenfälle inszeniert werden können: die Behandlung von Frau Felber, Herrn Kianicka und Frau Meier. Für die Kinderarztpraxis stehen ebenfalls drei Fälle zur Verfügung: Die 18-monatige Sophia, der 3-jährige Max und die Geschwister Luc (15) und Aline (11).


«Der Room of Horrors hat unser Team neu für die Patientensicherheit sensibilisiert. Seit wir bei uns in der Praxis gemeinsam nach Fehlern und Risiken gesucht haben, steigen die CIRS-Meldungen wieder an.»
Hausarzt in einer Gruppenpraxis



Medienberichte

  • «Schweiz Aktuell» berichtet aus der Hirslanden Klinik Beau-Site in Bern, die zu Schulungszwecken einen «Room of Horrors» eingerichtet hat. Zur Sendung vom 21.9.2020
  • Was geschieht im «Room of Horrors»? Das Gesundheitsmagazin «Puls» von Fernsehen SRF1 hat Andrea Käppeli, Pflegeexpertin am Spital Muri AG, beim interaktiven Training über die Schulter geschaut. (Sendeminute 00:50–06:56) Zur Sendung vom 2. September 2019

Dr. Lea Brühwiler
Projektleiterin
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