Programmübersicht

Das fünfte nationale Pilotprogramm «progress! COM-Check – Sichere Chirurgie» läuft von Oktober 2018 bis April 2021. Es richtet sich an Spitäler, die erste Erfahrungen mit der chirurgischen Checkliste gemacht haben.

COM-Check steht für Compliance mit der chirurgischen Checkliste. Sie soll im Rahmen des internen Qualitätsmanagements regelmässig geprüft und der Verlauf überwacht werden. Die Compliance bezieht sich auf eine konsequente und korrekte Checklistenanwendung. Der Fokus liegt dabei auf den begleitenden sicherheitsrelevanten Team- und Kommunikationsprozessen.

Die Compliancemessung wird von einem betriebsinternen, interprofessionellen Team erhoben. Es führt Beobachtungen durch und schliesst diese mit einem unmittelbaren, lernfördernden Feedback ab.

Checken ist mehr als nur Abhaken

Das jüngste Pilotprogramm von Patientensicherheit Schweiz richtet sich an Spitäler, die bereits Erfahrungen mit der chirurgischen Checkliste gemacht haben und die damit verbundene Sicherheitskultur weiter verbessern möchten.

In «progress! COM-Check – Sichere Chirurgie» will die Stiftung mit rund 20 Spitälern aus drei Sprachregionen zusammenarbeiten, darunter jene Pilotspitäler, die bereits im ersten nationalen Pilotprogramm der Stiftung zur sicheren Chirurgie (2013–2015) mitwirkten.

Sechs Phasen bis 2021

«progress! COM-Check – Sichere Chirurgie» durchläuft sechs Phasen. In Phase eins wird der Ist-Zustand bei der Verwendung der chirurgischen Checkliste mittels semistrukturierten Interviews erhoben. In Phase zwei wird ein Instrument für Beobachtung und Feedback mit dazugehörigem Monitoringkonzept entwickelt. In Phase drei wird schliesslich ein Ausbildungskonzepts mit Schulungsmaterialien entwickelt (alle 2019).

Die Phasen vier bis sechs betreffen die Umsetzung in der Praxis (2020) und den Evaluationsprozess (2021).

Ausschreibung: Pilotspitäler gesucht

Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz sucht für das neue nationale Pilotprogramm «progress! COM-Check – Sichere Chirurgie» 20 Pilotspitäler in drei Sprachregionen der Schweiz. Die Spitäler sollen die Compliance selber erheben, durch Feedback verbessern und auf hohem Niveau erhalten.


Gesucht werden:

  • Spitäler, welche die chirurgische Checkliste bereits eingeführt und Erfahrungen damit gemacht haben
  • Spitäler, die wissen wollen, wie gut die Compliance mit der chirurgischen Checkliste in ihrem Betrieb ist
  • Spitäler, die eine einheitliche und zuverlässige Checklistenanwendung in allen chirurgischen Disziplinen erreichen beziehungsweise auf hohem Niveau halten wollen
  • Spitäler, die eine positive Feedbackkultur leben und das Lernen im Alltag fördern möchten

 

Die Vorteile für teilnehmende Spitäler:

  • Unterstützung durch Patientensicherheit Schweiz beim Aufbau von internen Strukturen und Kompetenzen zur Erhebung der Compliance mit der Checkliste und zur Verbesserung der begleitenden Team- und Kommunikationsprozesse
  • Eigens von Patientensicherheit Schweiz entwickelte Instrumente zur Messung der Compliance, die an die spezifische betrieblichen Bedingungen angepasst werden können. Die Instrumente umfassen einen Messplan für die Datenerhebung, ein Beobachtungs- und Feedbackinstrument sowie ein elektronisches Erfassungs- und Auswertungstool.
  • Das Projektteam des Spitals wird in der Beobachtung und im Feedbackgeben geschult. Die Fähigkeit, kollegiales und lösungsorientiertes Feedback zu geben, ist eine Grundkompetenz von klinischen Führungspersonen und im Teaching. Für die Schulung werden Credits beantragt.
  • Die spitalinterne chirurgische Checkliste kann im Erfahrungsaustausch mit den anderen Pilotspitälern reflektiert und validiert werden.
  • Am Schluss des Programms verfügen die Pilotbetriebe über systematisch erhobene Compliancedaten, die als Basis für weitere Verlaufsmessungen benützt werden können. Sie dienen auch als Interpretationshilfe für andere Kennzahlen wie zum Beispiel postoperative Infektionen, potenziell vermeidbare Rehospitalisationen, Verspätungen oder Mitarbeiterzufriedenheit im OP.
  • Pilotspitäler erhalten von Patientensicherheit Schweiz ein Teilnahmezertifikat bei Einhaltung der vereinbarten Rahmenbedingungen .

Anmelden

Interessierte Spitäler können sich bis zum 31. Oktober 2019 bei Programmleiterin Anita Imhof anmelden. Die Massnahmen des Programms werden von Januar 2020 bis April 2021 umgesetzt.

 

Die chirurgische Checkliste

Die chirurgische Checkliste hat zum Ziel, unnötige Komplikationen bei Operationen zu vermeiden. Die Kommunikation und der Informationsaustausch im interprofessionellen Team sollen verbessert werden. Die Checkliste erfüllt jedoch nur dann ihren Zweck, wenn sie konsequent, vollständig und richtig angewendet wird. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz hat die Surgical Safety Checklist der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Schweiz adaptiert. Sie steht Akutspitälern und ambulant chirurgischen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung.

Anita Imhof MSc
Programmleiterin

+41 43 244 14 97
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