Lösungen entwickeln und überprüfen

Fehler können selbst top ausgebildeten und hoch motivierten Fachpersonen passieren.

Hintergrund

Gravierende Ereignisse wie Seiten- oder Eingriffsverwechslungen, während Operationen vergessene Fremdkörper oder auch Medikationsfehler sind zwar tabu – doch sie kommen selbst in den besten Gesundheitssystemen vor. Die Schweiz bildet keine Ausnahme: Auch hier gibt es unerwünschte Ereignisse bei chirurgischen Eingriffen oder Medikationsfehler. Ein grosser Anteil davon gilt als vermeidbar. Um die Gesundheitsorganisationen zu befähigen, Systemänderungen zu erreichen, setzt die Stiftung für Patientensicherheit auf Modellprojekte. Diese Projekte zeichnen sich durch einen hohen Grad an Innovation aus. Mit einer methodischen, wissenschaftlich abgestützten und praxisorientierten Herangehensweise sollen bedeutende systemische Sicherheitsdefizite verbessert werden.

Pilotprogramme «progress!»

Seit 2012 entwickelt und leitet Patientensicherheit Schweiz nationale Modellprogramme mit dem Ziel, die Patientensicherheit im Gesundheitswesen zu verbessern. Diese progress!-Programme sind Bestandteil der «Qualitätsstrategie des Bundes im Schweizerischen Gesundheitswesen» und werden massgeblich vom BAG finanziert. Bisher wurden folgende progress!-Programme durchgeführt:

Die praxisorientierten Programme testen den möglichst breiten Einsatz evidenzbasierter Interventionen in bedeutenden Bereichen der Patientensicherheit oder entwickeln neue Ansätze. Progress!-Programme leiten somit massgeschneiderte Verbesserungsmassnahmen ein. Allesamt haben sie Modellcharakter. Die Programme werden von einer Sensibilisierungskampagne begleitet, spezifisch auf die Schweizer Verhältnisse angepasst und beinhalten, Umsetzungselemente, Evaluationserhebungen und ein Monitoring.

Kriterien nationale Pilotprogramme

Die Pilotprogramme sollen:

  • Modellcharakter haben für künftige Programme (Pilot)
  • möglichst grossen Effekt haben (Sensibilisierung, Wirkung)
  • dazu beitragen, dass in der Schweiz Know-how entsteht und dass daraus für die Zukunft gelernt werden kann
  • realistisch sein für die Schweiz und ihre Verhältnisse
  • bei den Gesundheitsorganisationen und Fachpersonen Akzeptanz finden und einem Bedürfnis entsprechen
  • sowohl Umsetzungselemente als auch Evaluationserhebungen und Monitoring beinhalten
  • hinsichtlich spezifischer Fragestellungen wissenschaftlich untersucht werden, um Grundlagen für Weiterentwicklungen zu erhalten

Julia Boysen

Geschäftsführerin
T +41 43 244 14 82, Mail