Erfassung von «never events» in Schweizer Akutspitälern

In der Schweiz werden wenige Daten zur Patientensicherheit systematisch erfasst. Insbesondere zum Auftreten von tatsächlichen Schadensfällen liegen kaum Erkenntnisse vor. Dies erschwert Aussagen über die Sicherheit des gesamten Gesundheitssystems. Im Forschungsprojekt «never events» untersucht  die Stiftung Patientensicherheit Schweiz die Erfassung von «never events» in Schweizer Akutspitälern.

Unter dem Begriff «never events» werden schwerwiegende Ereignisse zusammengefasst, die

  • zu einer Patientenschädigung führen,
  • selten sind,
  • eindeutig definiert sind und
  • als vollständig vermeidbar gelten.
     

Ziel des Projekts

Mit dem Projekt sollen Erkenntnisse gewonnen werden zum Status Quo der Erfassung von schwerwiegenden Ereignissen in Schweizer Spitälern. Folgende Fragen werden erforscht:

  • Welche Daten zu schwerwiegenden Ereignissen («never events») werden in Akutspitälern zurzeit erfasst und in welcher Systematik?
  • Welche Lücken existieren? Handelt es sich um systematische Lücken oder um Zufalls­lücken?  
  • Wie ist der Zugang des klinischen Riskmanagements zu diesen Fällen und Daten?
  • Was für Konsequenzen haben diese Fälle – abseits einer eventuellen juristischen Bearbeitung – für die Patientensicherheit? Wird daraus gelernt, um zukünftige Fälle zu vermeiden?

Zur Beantwortung der Fragen wurden die Riskmanager der Schweizer Akutspitäler befragt. Die Ergebnisse werden bis Ende 2019 ausgewertet und danach national und international publiziert. Sie sollen eine rationale Basis für den Meinungsbildungsprozess schaffen und die Diskussion über die nationale Datenlage zur Patientensicherheit bereichern.

Prof. Dr. David Schwappach, MPH

Direktor

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