Kommunikation

Aktuell

Warnung vor Gefahr für Patienten durch mangelhafte Digitalisierung

Prof. Dr. David Schwappach, wissenschaftlicher Leiter von Patientensicherheit Schweiz, übt Kritik an der Art und Weise, wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen umgesetzt wird. Nicht aufeinander abgestimmte Software berge Gefahren für die Patientensicherheit: «Ein schlechtes digitales System mit Datenlücken ist ein grosses Risiko». Seien die Prozesse und Systeme hingegen optimal koordiniert, sei Digital Health eine grosse Chance zum Schutz vor Behandlungsfehlern.

Projekte

Aktionswoche 2017 Daten, die Patientensicherheit erhoben hat, zeigen: Jede dritte Fachperson des Gesundheitswesens hat bei Sicherheitsbedenken schon einmal geschwiegen. Gründe dafür sind Hierarchien und Resignation. Doch mehr als die Hälfte gab an, schon einen Zwischenfall verhindert zu haben, indem Bedenken ausgesprochen wurden. Dem Thema Speak up widmet Patientensicherheit Schweiz deshalb Forschung und Praxis. Ein Beispiel dafür war die Aktionswoche 2017.
Grundversorgung Wie steht es um die Sicherheitskultur in Arztpraxen? Wo gibt es Risiken? Empirische Ergebnisse von Patientensicherheit Schweiz zeigen, dass die relevantesten Sicherheitsrisiken in der ambulanten Grundversorgung im Bereich des Medikationsprozesses, der (Telefon-)Triage bei Kontaktaufnahme der Patienten, der Diagnosestellung und bei der Überwachung der Patienten in der Praxis bestehen.
Zwischenfall Für die konstruktive Bewältigung eines Behandlungs- oder Medikationsfehlers sind die Offenlegung der Fakten sowie die emotionale Unterstützung der Betroffenen entscheidend. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz bietet dafür eine Reihe von Unterlagen sowie interaktive Workshops an, die Fachpersonen befähigen, die wichtigsten Aspekte bei der Kommunikation nach einem Zwischenfall zu berücksichtigen.
Speak Up Manchmal kommt es zu Fehlern in der Medizin, obwohl ein Beteiligter rechtzeitig bemerkt, dass etwas schief läuft. Doch die Person äussert sich nicht oder wird nicht gehört. Patientensicherheit Schweiz hat das Thema im Rahmen eines Forschungsprojekts für die Schweiz aufgearbeitet. Daraus wurden Empfehlungen und ein Monitoringinstrument entwickelt.
Speak Up-Kurse In der Patientenversorgung und Patientensicherheit heisst «Speaking up», Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzte anzusprechen, wenn die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gefährdet ist oder scheint, um dadurch Risiken von Patienten abzuwenden. Patientensicherheit Schweiz bietet Kurse für Fachleute an, in der die Kommunikationskultur reflektiert und das Speaking up eingeübt wird.
Täter Die Auseinandersetzung mit Fehlern findet in der Medizin leider noch oft im Stillen statt. Die Schriftenreihe "Täter als Opfer" unterstützt Betroffene.

Publikationen

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Quick-Alerts®

Quick-Alert Nr. 33 – Die richtige Kommunikation von Verordnungen und Befunden am Telefon

In Fachkreisen ist mittlerweile unbestritten, dass Fehler in der medizinischen Versorgung häufig auch auf Fehler in der Kommunikation zurückzuführen sind.

Paper of the Month

Paper of the Month Nr. 74 – Systematisches Kurz-Feedback zwischen Ärztinnen und Ärzten auf dem Notfall

Die sichere Behandlung von Patienten auf der Notfallstation ist eine besondere Herausforderung. Freund et al. untersuchten in ihrer Studie, ob der systematische Austausch zwischen zwei Notfallärztärzten die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse reduziert.


Paper of the Month Nr. 61 – MoMo reloaded: Spitalweite Implementierung einer strukturierten Mortalitäts-Morbiditäts-Konferenz

Kwok et al. führten das OM3 in einem kanadischen Lehrkrankenhaus ein.


Paper of the Month Nr. 43 – Weniger Fehler und unerwünschte Ereignisse durch verbesserte Übergaben

Starmer et al. untersuchten in einer prospektiven Studie die Wirksamkeit eines Interventionsbündels für bessere Übergaben auf zwei medizinischen Abteilungen eines Kinderspitals in den USA.


Paper of the Month Nr. 39 – Austrittskommunikation und Wiederaufnahmen ins Spital

Oduyebo et al. untersuchten in ihrer Studie, wie häufig eine solche direkte Kommunikation zwischen Spitalärzten und weiterbehandelndem Arzt stattfindet und ob sie das Risiko für eine Wiederaufnahme reduziert.


Paper of the Month Nr. 36 – Nutzung von Smartphones während der Visite

Katz-Sidlow und Kollegen untersuchten in ihrer Studie, wie häufig Smartphones während der Lehrvisite verwendet werden, also einer Visite, die sowohl der Patientenversorgung als auch der Supervision von Assistenzärzten dient.


Paper of the Month #29 – Medienanalyse der öffentlichen Berichterstattung über Medikationsfehler

Hinchcliff et al. führten eine Medienanalyse durch, in der sie die öffentliche Berichterstattung über Medikationsfehler untersuchten. Sie analysierten, wie häufig und in welchem Kontext über Medikationssicherheit berichtet wird.


Paper of the Month #27 – Fehler in Befundberichten: Diktat versus automatische Spracherkennung

Busma und Kollegen untersuchten, ob es in Befundberichten bei der Brustdiagnostik häufiger zu Fehlern kommt, wenn diese durch automatische Spracherkennung (mit medizinischer Spezialsoftware) oder durch Transkription eines Diktates erstellt werden.


Paper of the Month #25 – Verbesserung der interprofessionellen Kommunikation durch Reorganisation in der Pädiatrie

Gordon et al. untersuchten in einer prospektiven Interventionsstudie, ob die Reorganisation pädiatrischer Behandlungseinheiten in ortsbezogenen, interprofessionellen Teams zu einer verbesserten Kommunikation zwischen Pflegefachleuten und Ärzten führt.


Wissenschaftliche Publikationen

Speaking up behaviors and safety climate in an Austrian university hospital

Schwappach DLBS, Sendlhofer G, Häsler L, Gombotz V, Leitgeb K, Hoffmann M, Jantscher L, Brunner G, International Journal for Quality in Health Care 2018. Doi: 10.1093/intqhc/mzy089


Speak up-related climate and its association with healthcare workers’ speaking up and withholding voice behaviours: a cross-sectional survey in Switzerland

Schwappach DLB, Richard A, BMJ Quality & Safety 2018. Doi: 10.1136/bmjqs-2017-007388


Development and Psychometric Evaluation of the Speaking Up About Patient Safety Questionnaire

Richard, Aline PhD; Pfeiffer, Yvonne PhD; Schwappach, David D.L. PhD, Journal of Patient Safety: August 28, 2017

 


Wenn Schweigen gefährlich ist:,,Speaking-up‘‘ bei Sicherheitsbedenken

David L.B. Schwappach, Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh. wesen (ZEFQ) (2016), Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh. wesen (ZEFQ) (2016), dx.doi.org/10.1016/j.zefq.2016.05.011


Nach einem Behandlungsfehler: Vollständige Offenlegung gewünscht

Prof. Dr. David Schwappach, Pädiatrie Hautnah, 2016, 28 (3)


Frequency of and predictors for withholding patient safety concerns among oncology staff: A survey study

David Schwappach, Katrin Gehring, European Journal of Cancer Care 2014, doi: 10.1111/ecc.12255

 


Silence That Can Be Dangerous: A Vignette Study to Assess Healthcare Professionals’ Likelihood of Speaking up about Safety Concerns

David Schwappach, Katrin Gehring PLOS One 2014, doi: 10.1371/journal.pone.0104720


Trade-offs between voice and silence: a qualitative exploration of oncology staff's decisions to speak up about safety concerns

David Schwappach, Katrin Gehring BMC Health Services Research 2014, doi: 10.1186/1472-6963-14-303


'Saying it without words': a qualitative study of oncology staff's experiences with speaking up about safety concerns

David Schwappach, Katrin Gehring BMJ Open 2014, doi: 10.1136/bmjopen-2013-004740


Communication barriers in counselling foreign-language patients in public pharmacies: threats to patient safety?

Schwappach DLB, Meyer-Massetti C, Gehring K International Journal for Clinical Pharmacy 2012: DOI 10.1007/s11096-012-9674-7