Interventionen

Aktuell

Mehr Sicherheit bei Blasenkathetern: Erfolgreiche Massnahmen

Das nationale Pilotprogramm «progress! Sicherheit bei Blasenkathetern» von Patientensicherheit Schweiz und Swissnoso ist ausgewertet. Es zeigt sich, dass die getesteten Empfehlungen Patientinnen und Patienten schützen: Es treten weniger nicht-infektiöse Komplikationen auf und unnötige Katheterisierungen werden vermieden. Als nächster Schritt soll das geprüfte Interventionsbündel in möglichst vielen Spitälern umgesetzt werden, denn Blasenkatheter bergen bei langem Einsatz unter anderem die Gefahr von Harnwegsinfektionen.

Projekte

progress! Sichere Medikation an Schnittstellen Was können Patientinnen, Ärzte, Pflegende und Apotheker tun, um Medikamentenfehler beim Spitaleintritt vermeiden zu helfen? Dies hat Patientensicherheit Schweiz zusammen mit acht Pilotspitälern erforscht und erprobt. Eine Reihe praktischer Hilfsmittel für Patienten und für Leistungserbringende im Gesundheitswesen sind das Resultat dieses nationalen Projektes, das massgeblich vom BAG mitfinanziert wurde. Hintergrund ist, dass jährlich 20‘000 Spitalaufenthalte hierzulande allein auf medikamentenbedingte Probleme zurückzuführen sind. Jeder zehnte Spitalpatient wird durch Medikationsfehler oder unerwünschte Wirkungen geschädigt.
progress! Sichere Medikation in Pflegeheimen Bis zur Hälfte der unerwünschten Komplikationen durch Arzneien in Pflegeheimen sind vermeidbar. Mit dem Programm «progress! Sichere Medikation in Pflegeheimen» nimmt sich die Stiftung Patientensicherheit Schweiz diesem wichtigen Thema an.
progress! Sicherheit bei Blasenkathetern Jede sechste hospitalisierte Person erhält hierzulande einen Blasenkatheter. In 3 bis 7 Prozent pro Tag birgt er das Risiko einer Infektion. Nach 30 Kathetertagen weisen trotz ordnungsgemässer Pflege alle Patienten eine Bakteriurie auf. Ein Viertel davon erkrankt an einer Infektion. Das dritte nationale progress!-Programm soll unter der Maxime «seltener, kürzer, sicherer» die Einsatzhäufigkeit und Einsatzdauer von Blasenkathetern reduzieren sowie die Sicherheit bei der Einlage beim Patienten erhöhen.

Publikationen

Keine Einträge zu diesem Thema gefunden

Quick-Alerts®

Quick-Alert Nr. 42 – «Risiken und Nebenwirkungen des Point of Care Testing (POCT) im Spital»

Point of Care Testing-Geräte sind aus dem klinischen Alltag von Gesundheitseinrichtungen nicht mehr wegzudenken. Die patientennah durchgeführten Laboranalysen werden häufig direkt am Patientenbett durchgeführt.


Quick-Alert Nr. 43 – «Verwechslung der Sauerstoff- und Druckluftanschlüsse von Flowmetern»

Sauerstoff, Lachgas, Druckluft und Vakuum sind aus der medizinischen Behandlung von Patienten in einem Spital kaum wegzudenken. Grund für die immer wieder auftretenden Verwechslungen von medizinischen Gasen sind meist die patientenseitigen Anschlüsse der Gas-Entnahmegeräte.


Quick-Alert Nr. 39 – «Zweckentfremdete Nutzung von Dialysekathetern»

Als temporärer Gefässzugang werden für die Durchführung der extrakorporalen Dialyseverfahren grosslumige perkutane Katheter verwendet. Sie sind für Akutdialysen als einfach platzierbare Zugänge unverzichtbar.


Paper of the Month

Paper of the Month Nr. 48 – Vermeidung von Verwechslungen durch Patientenfotos auf dem Röntgenbild

Tridandapani et al. untersuchten in ihrer experimentellen Studie, ob durch die Ergänzung von Patientenfotos auf den Rx-Aufnahmen die Häufigkeit von Zuordnungsfehlern reduziert werden können.


Paper of the Month Nr. 47 – Vermeidung unnötiger Harnkatheter bereits in der Notaufnahme

Fakih et al. berichten in ihrer Studie von einem Qualitätsprojekt, in dem die Rate unangemessener Katheterisierungen in der Notaufnahme reduziert und der Anteil der ärztlichen Verordnungen für die Katheterisierung erhöht werden sollte.


Paper of the Month Nr. 34 – Laboruntersuchungen noch am Austrittstag?

Ong et al. gehen in ihrer Studie der Frage nach, wie hoch der Anteil von angeforderten Laboruntersuchungen ist, deren Resultate nicht bis am Austrittstag beurteilt werden.


Paper of the Month Nr. 31 – Teamverhalten bei der Händedesinfektion

Haessler et al. untersuchten nun in einer Beobachtungsstudie den Einfluss von zwei Faktoren auf das Händedesinfektionsverhalten in Teams: Das Desinfektionsverhalten des ranghöchsten Mitarbeiters sowie die Händedesinfektion derjenigen Person, die als erste das Patientenzimmer betritt.


Paper of the Month #24 – Messen und Verbessern des Sicherheitsklimas in der Intensivmedizin

Das Sicherheitsklima, also die messbare Manifestation der Sicherheitskultur, hat eine wesentliche Bedeutung für die Patientensicherheit und das Risikomanagement. Sexton et al. untersuchten nun den Effekt einer breit angelegten Intervention auf das Sicherheitsklima in einer grossen Kohorte von Intensivpflegestationen (IPS) in Michigan (USA).


Paper of the Month #15 – Effektivität eines Luftfahrt-basierten Teamtrainings

Sax et al. untersuchten die Auswirkungen eines multidisziplinäre CRMs in den USA über eine Zeitdauer von 4 Jahren.


Wissenschaftliche Publikationen

Nurses’ and Physicians’ Perceptions of Indwelling Urinary Catheter Practices and Culture in Their Institutions

Objectives Indwelling urinary catheters (IUCs) are commonly used devices in acute care that may lead to catheter-associated urinary tract infections or noninfectious complications. Responsibilities for IUC are usually shared between nurses and physicians, and a common mental model among the two professional groups is thus essential for a successful reduction in catheter use. The aim of this study was to determine variation in the perceptions of current practices and culture regarding IUC use between these two groups.

Results
Nurses and physicians each have their own tasks but also share responsibilities for catheter placement, care, and removal. Overall, nurses were more positive than physicians about current practices and culture regarding IUC use within their institution (mean scale scores = 5.4 for nurses versus 5.1 for physicians, P < 0.001). Perceptions of the two professional groups diverged most strongly on practices to avoid unnecessary placement of IUCs, the presence of shared values and attitudes in support of restrictive catheter use, and the other group's leadership commitment.

Autors
Niederhauser, Andrea, MPH*; Züllig, Stephanie, PhD*; Marschall, Jonas, MD†‡; Schwappach, David LB, PhD*§ progress! Safe Urinary Catheterization Collaboration Group

Source
Journal of Patient Safety: May 29, 2018 - Volume Publish Ahead of Print - Issue - p


Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen in Niedersachsen: Status quo und Weiterentwicklungsbedarf

Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (MMK) sind ein Instrument sowohl des individuellen als auch des organisationalen Lernens in Krankenhäusern und wichtig für die Verbesserung der Patientensicherheit. Bisher war allerdings unklar, wie verbreitet die MMK in Niedersachsen ist und wie sie umgesetzt wird. Das Ziel der Studie war, den Status Quo der MMK in Niedersachsen zu erfassen und Verbesserungspotenzial zu eruieren.

Resultate
In den MMK werden neben fachlichen Themen (37%) zunehmend Probleme in den Prozessen (92%) und der Zusammenarbeit (64%) besprochen. Die Resultate zeigen auch, dass die MMK in Niedersachsen bezüglich Struktur und Prozessen sehr heterogen sind. Trotz hoher Zufriedenheit (85%) und subjektiv eingeschätzter Wirksamkeit (93%) der MMK sehen die meisten Teilnehmenden Verbesserungspotenzial (58%).

Autoren
Schwappach DLB, Häsler L, Strodtmann L, Siggelkow A: «Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen in Niedersachsen» (dt./engl.)

Quelle
ZFQ Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen https://doi.org/10.1016/j.zefq.2018.06.004


Implementation status of morbidity and mortality conferences in Swiss hospitals: a national cross-sectional survey study

Isabelle Praplan-Rudaz, Yvonne Pfeiffer, David L B Schwappach, International Journal for Quality in Health Care 2018; doi: 10.1093/intqhc/mzx204


Chief physicians’ perceived need for improvement of morbidity and mortality conferences: the role of structural and procedural characteristics.

David L B Schwappach, Lynn Häsler, Yvonne Pfeiffer, BMJ Leader 2018; doi: 10.1136/leader-2017-000052


Chief physicians' attitudes towards early warning score systems in Switzerland: Results of a cross‐sectional survey

Aline Richard, Olga Frank, David Schwappach, Eval Clin Pract. 2017;1–7. doi.org/10.1111/jep.12841


Surgical checklist use in Switzerland 2015 – where are we today?: a cross-sectional national survey study

Anna C. Mascherek, David L. B. Schwappach, Safety in Health (2016) 2:6, DOI 10.1186/s40886-016-0017-6

 


Effect of a two-year national quality improvement program on surgical checklist implementation

Anna C. Mascherek, Paula Bezzola, Katrin Gehring, David L.B. Schwappach, Zeitschrift fuer Evidenz, Fortbildung und Qualitaet im Gesundheitswesen Jan 2016


Using the theory of planned behaviour to model antecedents of surgical checklist use: a cross-sectional study.

Mascherek AC, Gehring K, Bezzola P, Schwappach, DLB BMC Health Services Research. (2015) 15:462. DOI 10.1186/s12913-015-1122-7


Frequency of use and knowledge of the WHO-surgical checklist in Swiss hospitals: a cross-sectional online survey

Anna C Mascherek, David LB Schwappach, Paula Bezzola Patient Safety in Surgery 2013; DOI: 10.1186/1754-9493-7-36


A vignette study to examine health care professionals’ attitudes towards patient involvement in error

Schwappach DLB, Frank O, Davis RE, Journal of Evaluation in Clinical Practice 2012: doi 10.1111/j.1365-2753.2012.01861.x


Effects of an educational patient safety campaign on patients’ safety behaviours and adverse events

Schwappach DLB, Frank O, Buschmann U, Babst R, Journal of Evaluation in Clinical Practice 2012: doi 10.1111/j.1365-2753.2012.01820.x


A Systematic Review of the Effectiveness, Compliance, and Critical Factors for Implementation of Safety Checklists in Surgery

Borchard A, Schwappach DLB, Barbir A, Bezzola P Annals of Surgery 2012


Patients’ and healthcare workers’ perceptions of a patient safety advisory

Schwappach DLB, Frank O, Koppenberg J, Müller B, Wasserfallen JB International Journal for Quality in Health Care Advance Access 2011: 10.1093/intqhc/mzr062


Medication errors in chemotherapy: Incidence, types and involvement of patients in prevention. A literature review.

Schwappach DLB, Wernli M, European Journal of Cancer Care 2010: DOI: 10.1111/j.1365-2354.2009.01127.x


Engaging patients as vigilant partners. A systematic review.

Schwappach DLB, Medical Care Research and Review 2010: doi:10.1177/1077558709342254