Menschliche Fähigkeiten für Patientensicherheit

Mitarbeitende sind im Gesundheitswesen die zentrale Ressource für Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Deshalb dreht sich die Aktionswoche 2020 vom 14. bis 20. September um Resilienz.

Sowohl im routinierten Alltag als auch bei unvorhersehbaren Problemen sind es die Mitarbeitenden, die situationsangepasst und sicher reagieren müssen.
Obwohl Unvorhersehbares das Potential für Fehler birgt, hat die Covid-19-Pandemie gezeigt, dass die Mitarbeitenden dank ihrer Anpassungsfähigkeit grosse Unsicherheiten und Herausforderungen meistern können.
Um die Patientensicherheit zu verbessern, kann sowohl aus Fehlern als auch aus den gelungenen Anpassungsleistungen gelernt werden.
Wer die Prozesse versteht, die es dem Einzelnen, den Teams und der Gesamtorganisation erlauben, situationsangepasst und sicher zu reagieren, kann diese Prozesse optimieren. Deshalb geht es in der Aktionswoche Patientensicherheit vom 14. bis 20. September 2020 um die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit (Resilienz) von Organisationen im Gesundheitswesen.

Die Massnahmen
Im Juni 2020 führt Patientensicherheit Schweiz eine freiwillige und anonyme Umfrage beim Gesundheitspersonal aller Hierarchiestufen und Sektoren durch. Mitarbeitende von Apotheken, Spitälern, Spitex, Pflegeheimen und Hausarztpraxen werden zu konkreten Beispielen gelungener Anpassungsleistungen befragt. Während der Aktionswoche publiziert Patientensicherheit Schweiz die Aussagen auf ihrer Webseite. Ab Ende August stehen den Institutionen eine Reihe von Plakaten mit Auszügen aus den Aussagen zur Verfügung. Sie können Anlass dafür sein, Gespräche über Patientensicherheit zu führen und aus Gelungenem und Misslungenem Lehren zu ziehen.

Aktionswoche 2019 zum Room of Horrors

Die Aktionswoche Patientensicherheit vom 16. bis 22. September 2019 war dem interaktiven Lernen im Room of Horrors gewidmet. Mit der Unterstützung von Patientensicherheit Schweiz haben Gesundheitseinrichtungen einen Trainingsraums zum Erkennen von Fehlern und Risiken in der Patientenversorgung eingerichtet und Schulungen durchgeführt.

Der Room of Horrors ist ein Trainingsraum, in dem Fehler und Risiken für die Patientensicherheit versteckt sind ‒ zum Beispiel eine falsche Infusion oder ein nicht arretierter Rollator. Im spielerischen Lernformat suchen interprofessionelle Teams von Gesundheitseinrichtungen gemeinsam nach den Fehlern. Dadurch wird die Sicherheitskultur in Spitälern, Praxen und Heimen gestärkt. «Viele Gefahren für die Patientensicherheit sind den Mitarbeitenden im Gesundheitssystem bestens bekannt, aber im Alltag werden sie trotzdem oft übersehen», sagt Prof. Dr. David Schwappach, Direktor von Patientensicherheit Schweiz, im Interview zur nationalen Aktionswoche Patientensicherheit 2019.
Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz stellt interessierten Gesundheitseinrichtungen weiterhin in drei Sprachen Handbuch, Plakate und Flyer zum Ergänzen zur Verfügung.

Forschungsprojekt

Das Handbuch «Interaktives Lernen im Room of Horrors» ist Teil eines Forschungsprojekts, bei dem Patientensicherheit Schweiz gemeinsam mit Partnerspitälern den Nutzen des Room of Horrors für die Patientensicherheit in Schweizer Gesundheitseinrichtungen untersucht. Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Bundesamt für Gesundheit.

TV-Sendung

Was geschieht im «Room of Horrors»? Das Gesundheitsmagazin «Puls» von Fernsehen SRF1 hat Andrea Käppeli, Pflegeexpertin am Spital Muri AG, beim interaktiven Training über die Schulter geschaut. (Sendeminute 00:50–06:56)

Zur Sendung vom 2. September 2019

Anita Imhof

Inhaltlich veranwortlich für die Aktionswoche 2020
+41 43 244 14 97
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