Warnung vor Gefahr für Patienten durch mangelhafte Digitalisierung

Prof. Dr. David Schwappach, wissenschaftlicher Leiter von Patientensicherheit Schweiz, übt Kritik an der Art und Weise, wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen umgesetzt wird. Nicht aufeinander abgestimmte Software berge Gefahren für die Patientensicherheit: «Ein schlechtes digitales System mit Datenlücken ist ein grosses Risiko». Seien die Prozesse und Systeme hingegen optimal koordiniert, sei Digital Health eine grosse Chance zum Schutz vor Behandlungsfehlern.

Kritisch beurteilt er auch die laufende Einführung des elektronischen Patientendossiers. «Es wäre wünschenswert, wenn sämtliche Leistungserbringer im schweizerischen Gesundheitssystem das elektronische Patientendossier einsetzen würden. Die Realität ist jedoch eine andere: Die elektronische Akte wird über längere Zeit parallel zum bisherigen Papierdossier verlaufen. Das hat eine grosse Unsicherheit zulasten der Patienten und ihrer Sicherheit zur Folge. Ein weiteres Defizit entsteht, wenn das digitale Tool nicht benutzerfreundlich ist. Nehmen wir das Beispiel von vorhin: ...» Zum ganzen Interview.

Julia Boysen, Geschäftsführerin von Patientensicherheit Schweiz betont, dass die Digitalisierung Einfluss hat auf das ganze Gesundheitswesen: «Es ist wichtig zu verstehen, wie die Zusammenarbeit der Menschen in komplexen Organisationen neu bedacht und gestaltet werden kann, um einen Mehrwert für die Gesellschaft zu erzielen. (…) Die Art und Weise, wie künftig im Gesundheitswesen gearbeitet wird, stellt schon heute altgediente Formen der Zusammenarbeit und Rollenverständnisse auf den Kopf.»