Gemeinsam für die Patientensicherheit einstehen

Zeitgleich mit dem Start einer globalen Kampagne für Patientensicherheit ruft die Stiftung Patientensicherheit Schweiz die Bevölkerung und Gesundheitseinrichtungen auf, sich für eine sichere Schweizer Gesundheitsversorgung einzusetzen. Die fünfte «Aktionswoche Patientensicherheit» dauert vom 16. bis 22. September. Das Motto lautet «Interaktives Lernen im Room of Horrors», ein simples und spielerisches Lernformat für die sichere Patientenbehandlung.


«Die beste Gesundheitsversorgung beinhaltet auch Risiken», sagt der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Patientensicherheit Schweiz, Prof. Dr. David Schwappach, zum Start der «Aktionswoche Patientensicherheit 2019» (siehe Interview). Sie dauert vom 16. bis 22. September und läuft unter dem Motto «Interaktives Lernen im Room of Horrors». Das einfache interaktive Lernformat unterstützt Mitarbeitende im Gesundheitswesen, akute Gefährdungen für die Patientensicherheit frühzeitig zu erkennen.

«Ein positives Signal für die Patientensicherheit»

Seit 2015 lädt Patientensicherheit Schweiz die Leistungserbringer ein, bei der jährlichen «Aktionswoche Patientensicherheit» im September mitzuwirken. «Viele Gefahren für die Patientensicherheit sind den Mitarbeitenden im Gesundheitssystem ja bestens bekannt, aber im Alltag werden sie trotzdem oft übersehen», sagt Schwappach.

Auch die Bevölkerung ist aufgefordert, eine aktive Rolle zu übernehmen. «Patientinnen und Patienten leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie zum Beispiel Informationen zu ihren Medikamenten bereit haben oder Rückfragen stellen, wenn ihnen etwas unklar ist oder falsch erscheint», so der Experte.

In diesem Jahr startet im gleichen Zeitraum eine internationale Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugunsten der Patientensicherheit und am 17. September findet erstmals der «Welttag für Patientensicherheit» («World Patient Safety Day») statt. «Wir begrüssen diese Initiative sehr», sagt Schwappach. «Sie ist ein positives Signal, dass Patientensicherheit überall auf der Welt ein Thema ist und auch sein muss.»

Nationale Aktionswoche auf der Basis eines Forschungsprojekts

Allen Gesundheitseinrichtungen stehen ein Handbuch mit sechs Szenarien zum «Room of Horrors» zur Verfügung sowie diverse Vorlagen in drei Landessprachen zur Durchführung der Kampagne im eigenen Betrieb.

Das Handbuch ist im Rahmen eines Forschungsprojekts von Patientensicherheit Schweiz entstanden, das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanziell unterstützt wird. Dabei untersucht die Stiftung in Kooperation mit ausgewählten Spitälern den Nutzen des Lernformats, das mittlerweile vielerorts in der Schweiz eingesetzt wird. «Gemeinsam mit den Partnerspitälern wollen wir noch mehr darüber erfahren, wie das Training im 'Room of Horrors' möglichst wirksam sein kann», sagt Schwappach.

Der «Room of Horrors»

Im «Room of Horrors», ein nachgebildetes Patientenzimmer, suchen Spitalmitarbeitende anhand einer realitätsnahen Krankenakte gemeinsam nach versteckten Fehlern und Risiken und schärfen so ihr Situationsbewusstsein für die Patientensicherheit.

«Ein adäquates Situationsbewusstsein entsteht, wenn man beispielsweise erkennt, dass ein Rollator im Patientenzimmer nicht arretiert ist und antizipiert, dass er wegrutschen wird, wenn sich die Patientin daran festhält – dies also eine Sturzgefahr bedeutet», erklärt David Schwappach von Patientensicherheit Schweiz. «Arbeitet man gemeinsam in Teams an der Lösung des 'Room of Horrors', lernt man auch die Rollen, Kompetenzen und Beiträge der verschiedenen Mitglieder im Behandlungsteam kennen und, wie man sich gegenseitig unterstützen kann.»

Aktionswoche Patientensicherheit: www.patientensicherheit.ch/aktionswoche mit Interview Prof. Dr. David Schwappach, wissenschaftlicher Leiter Patientensicherheit Schweiz

Forschungsprojekt: www.patientensicherheit.ch/room-of-horrors

Weiterführender Link: https://www.who.int/patientsafety/en/