Hot-Spots und Sicherheitskultur in der Grundversorgung
Für die Schweiz liegen bisher nur sehr begrenzt Daten zur Patientensicherheit im ambulanten Bereich vor. Erst auf der Basis fundierter Kenntnisse und Einschätzungen relevanter, konkreter Sicherheitsprobleme ist es möglich, den notwendigen Verbesserungsbedarf zu benennen und zielgerichtet Massnahmen zur Lösung einzuleiten. Ebenso wichtig ist jedoch das Wissen über das «Sicherheitsklima» in den Praxen, welches als systemische Umweltbedingung das Risiko für Fehler und unerwünschte Ereignisse beeinflusst. Ein positives Sicherheitsklima ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Massnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit.
Gewinnung von empirischen Kenntnissen in der Grundversorgung
Ziel der Studie ist es, sicherheitsrelevante «Hot-Spots» in der Grundversorgung zu identifizieren, das Sicherheitsklima in den Praxen zu erfassen sowie das Bewusstsein und die aktuelle Sensibilisierung für die Patientensicherheit zu erheben. Mit der Studie sollen in der Schweiz zu folgenden Fragestellungen erstmalig empirische Kenntnisse gewonnen werden:
- Welche Risiken für die Patientensicherheit sind aus Sicht der Grundversorger besonders häufig und relevant?
- Wie ist das Sicherheitsklima in den Grundversorgungspraxen?
Erkenntnisse werden für die Konzeption von Lösungen genutzt
Die Studie soll damit erste Hinweise auf die Patientensicherheitssituation in der Grundversorgung der Schweiz liefern. Die gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um den Handlungsbedarf für Lösungen zu konzipieren. Patientensicherheit ist in vielen Aspekten ein interprofessionelles Thema. Daher soll neben der ärztlichen Perspektive auch jene der Mitarbeitenden in den Praxen berücksichtigt werden. Viele wichtige Sicherheitsprobleme ebenso wie das Sicherheitsklima sind massgeblich von der interprofessionellen Kommunikation, Teamarbeit und Schnittstellen beeinflusst. Die unterschiedliche Wahrnehmung dieser Aspekte ist daher besonders wichtig.
Erste Ergebnisse werden Anfang 2011 erwartet
Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens werden Ärzte und medizinische Praxisassistentinnen (MPAs) zu Sicherheitsproblemen und kritischen Ereignissen sowie zum Sicherheitsklima in ihrer Praxis befragt. Aus den empirischen Ergebnissen der Studie werden Handlungsfelder abgeleitet, die aufzeigen, welche Risiken für die Patientensicherheit von in der Grundversorgung tätigen Ärzten wahrgenommen werden und welche systemischen Faktoren und Aspekte der Organisationskultur gemeinsam mit den Leistungserbringern im Sinne eines kontinuierlichen Lernprozesses angegangen werden können. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2011 erwartet.
An der Studie nehmen die Grundversorgungsnetze mediX Bern, mediX Zürich, hawadoc, und eastcare teil. Medswiss.net und der SVA unterstützten die Studie. Sie wird massgeblich finanziert durch die FMH.












